Berufliche Neuorientierung: Dein Guide für den Neustart ab 30 ohne Angst
Planst du eine berufliche Neuorientierung? Erfahre hier, wie der Jobwechsel mit 30 gelingt und du lukrative Quereinsteiger Jobs findest, ohne Gehaltseinbußen.
KARRIEREFINANZEN
Lukas Nowotny
12/10/20253 min read
Kennst du dieses Gefühl am Sonntagabend? Dieser leichte Druck in der Magengegend, weil du weißt: Morgen geht der ganze Wahnsinn wieder von vorne los. Ich kenne das. Ich habe Jahre als Elektroniker verbracht, Kabel geschleppt, Schaltschränke verkabelt und in der Industrie gearbeitet. Das war eine geile Zeit, keine Frage. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich fragte: War das alles? Oder kommt da noch was?
Vielleicht stehst du gerade an einem ähnlichen Punkt. Du hast einen sicheren Job, vielleicht sogar ein gutes Gehalt, aber innerlich ist der Akku leer. Der Gedanke an eine berufliche Neuorientierung schwirrt dir im Kopf herum, aber sofort schießt die Angst dazwischen: "Ich bin doch keine 20 mehr! Ich kann doch nicht wieder ganz unten anfangen!"
Lass uns heute mal Klartext reden. Als jemand, der den Weg selbst geht und sich viel mit Mindset und Karriere beschäftigt, sage ich dir: Doch, du kannst. Und du musst dafür nicht zwingend wieder ein Azubigehalt beziehen.
Der Mythos: „Mit 30+ bin ich zu alt für was Neues“
Lass uns diesen Zahn direkt ziehen. Ein Jobwechsel mit 30 (oder auch mit 40) ist heute keine Seltenheit mehr, sondern fast schon die Norm. Die Zeiten, in denen man mit 16 in die Lehre ging und mit 65 aus derselben Firma in Rente, sind vorbei und das ist gut so.
Wenn du heute über 30 bist, bringst du etwas mit, was kein Uni-Absolvent hat: Lebenserfahrung und sogenannte „Transferable Skills“. Als Elektroniker in der Instandhaltung habe ich gelernt, unter extremem Zeitdruck Probleme zu lösen. Wenn in der Produktion eine Maschine ausfällt, kannst du meist nicht erst ein Meeting einberufen. Du musst handeln. Diese Fähigkeit – Problemlösungskompetenz und Stressresistenz – ist in fast jedem Job Gold wert.
Was kannst du? Was hast du in deinem jetzigen Job gelernt, das universell einsetzbar ist?
Teamführung?
Projektmanagement?
Verkauf?
Kommunikation?
Das sind deine wahren Assets. Du fängst bei einer Neuorientierung nicht bei Null an. Du fängst mit Erfahrung an.
Die Finanz-Falle: Muss ich Gehaltseinbußen hinnehmen?
Das ist die größte Hürde für die meisten. Wir haben Miete zu zahlen, vielleicht läuft ein Kredit, oder wir wollen einfach unseren Lebensstandard halten. Eine berufliche Neuorientierung bedeutet oft Unsicherheit. Aber bedeutet sie zwangsläufig weniger Geld?
Nicht unbedingt. Es kommt auf deine Strategie an.
Wenn du komplett die Branche wechselst und vom Buchhalter zum Tischler umschulst, wirst du anfangs weniger verdienen. Das ist klar. Aber viele suchen gar nicht den radikalen Bruch, sondern eine sinnstiftende Veränderung.
Hier ist der Trick: Positioniere dich nicht als „Anfänger“, sondern als „Experte mit neuem Fokus“. Suchen wir gezielt nach Schnittstellen. Wenn du im Vertrieb arbeitest, den Druck aber hasst, könntest du in das „Customer Success Management“ einer Softwarefirma wechseln. Du nutzt deine Kommunikationsstärke (alter Skill), aber in einem entspannteren Umfeld (neues Ziel).
Wie du die richtigen Quereinsteiger Jobs findest
Der offene Stellenmarkt ist oft frustrierend, weil in den Anzeigen die eierlegende Wollmilchsau gesucht wird. Lass dich davon nicht abschrecken. Viele Unternehmen suchen händeringend nach Persönlichkeiten, die „über den Tellerrand hinaus“ schauen können.
Interessante Quereinsteiger Jobs findest du selten, indem du „Job als Quereinsteiger“ bei Google eingibst. Du findest sie, indem du nach deinen Fähigkeiten suchst, nicht nach Jobtiteln.
Probiere folgende Strategie:
Skills statt Titel: Schreibe 5 Dinge auf, die du wirklich gut kannst (z.B. „Organisieren“, „Erklären“, „Reparieren“).
Leidenschaft checken: Was machst du in deiner Freizeit? Schraubst du an PCs? Liest du Finanzblogs?
Netzwerk nutzen: Frag Freunde, wo jemand mit deinen Fähigkeiten gebraucht wird.
Als Ausbilder weiß ich: Fachwissen kann ich jedem beibringen. Aber die richtige Einstellung, Zuverlässigkeit und die Lust, Dinge anzupacken – das muss der Bewerber mitbringen. Genau das ist dein Vorteil als „gestandener“ Arbeitnehmer gegenüber dem frischen Absolventen.
Fazit: Dein Mut wird belohnt
Eine berufliche Neuorientierung ist kein Sprint, es ist ein Marathon. Es ist okay, Angst zu haben. Die Angst zeigt nur, dass es dir wichtig ist. Aber lass dich von der Angst nicht lähmen. Mehr zur Angst vor Veränderung in diesem Beitrag.
Der Jobwechsel mit 30 ist deine Chance, die nächsten 30 Jahre deines Lebens so zu gestalten, dass du dich nicht mehr auf den Freitag freuen musst, um endlich zu „leben“.
Fang klein an. Recherchiere, bilde Rücklagen (dazu gibt es bald einen eigenen Artikel hier auf der Glückslichtung!) und werde dir deiner Stärken bewusst. Du bist wertvoller für den Arbeitsmarkt, als du denkst.
Was ist dein größtes Hindernis gerade? Schreib es mir gerne oder schau dich weiter auf der Glückslichtung um – hier geht es genau darum: Deinen Weg zu finden.
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