Was tun nach der Ausbildung? Deine Möglichkeiten zwischen Job, Weiterbildung und Neustart
Ausbildung geschafft und jetzt? Was sind die Möglichkeiten nach der Ausbildung? Entdecke alle Optionen: Job, Weiterbildung, Studium oder Pause. So findest du deinen passenden nächsten Schritt.
KARRIERE
Lukas Nowotny
4/5/20266 min read
Nach erfolgreichem Abschluss deiner Ausbildung stehen dir viele Türen offen – und die wichtige Frage: Wohin möchtest du gehen? Auf jeden Fall solltest du wissen, dass viele Wege zum Erfolg führen. Hier sind die wichtigsten Optionen und wie du sie klug angehen kannst.
Deine Optionen nach der Ausbildung
Übernahme im Ausbildungsbetrieb: Oft bieten Betriebe ihren Azubis nach bestandener Prüfung einen Job an. Die Vorteile: Du kennst die Firma und hast einen nahtlosen Übergang. Sprich offen mit deinem Chef oder deiner Ausbilderin über deine Zukunft – vielleicht ergibt sich so eine Übernahme. Überlege, ob dich die Aufgaben reizen und ob du in dieser Firma auf Dauer wachsen möchtest.
Jobwechsel: Wenn dir die Übernahme nicht zusagt oder du woanders besser Karriere machst, kannst du dich auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Hier helfen dir Jobbörsen, Karriereplattformen und Bewerbungscoaching. Eine gezielte Suche (z.B. über branchenspezifische Stellenportale) und ein gutes Netzwerk können Türen öffnen. IHK-Karriereportale bieten oft Jobs und Kontakte für Berufstätige. Wichtig: Nutze dein Netzwerk und Informiere dich, was du in der Region verdienst und welche Aufstiegschancen es in deiner Branche gibt.
Weiterbildung und Fortbildung: Vielleicht fühlst du dich gerade beruflich etwas übersättigt oder strebst eine höhere Qualifikation an. Weiterbildung kann deine Karriere massiv beflügeln. Hier gibt es viele Wege: Fachwirt-, Meister- oder Technikerlehrgänge (oft bei der IHK), Zertifikatskurse, berufsbegleitende Studiengänge oder Onlinekurse. Sie alle erweitern dein Fachwissen und öffnen neue Türen. Besonders gefördert wird die so genannte höhere berufliche Bildung: Wer etwa Meister, Techniker oder Fachwirt werden will, kann Aufstiegs-BAföG beantragen. Damit übernimmt der Staat mindestens 50 % deiner Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (bis zu 15.000 €) sowie einen Zuschuss zum Lebensunterhalt. Das Programm unterstützt auch Existenzgründungen nach der Weiterbildung. Viele Bundesländer oder Wirtschaftskammern (z.B. IHK) gewähren zudem Meisterbonus-Zahlungen.
Studium: Ein Hochschulstudium kann sinnvoll sein, wenn du eine akademische Karriere im Sinn hast. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung ist ein Studium oft auch als berufsbegleitendes Fernstudium möglich. (Auf BAföG kannst du im ersten Bildungsweg nicht mehr zugreifen, aber unter Umständen kannst du Aufstiegs-BAföG nutzen, falls du später noch einmal einen Meister oder Bachelor Professional machst). Studiengänge, die direkt an deine Ausbildung anknüpfen, findest du z.B. bei Hochschulen für angewandte Wissenschaften als Duales Studium. Beliebte Beispiele sind: Betriebswirtschaft, Ingenieurwissenschaften oder Lehramt für Berufsschulen.
Auszeit (Sabbatical, Gap Year): Nach dem intensiven Lernjahr ist eine Pause manchmal nicht verkehrt. Freiwilligendienst, Reisen oder einfach ein paar Monate Auszeit können dir neue Perspektiven eröffnen. Du lernst viel über dich selbst und kannst in Ruhe überlegen, welcher Weg zu dir passt. Achte aber darauf, die Zeit sinnvoll zu nutzen (z.B. Sprachreisen, Praktika in Branchen, die dich interessieren), damit du danach gestärkt zurückkommst. Bedenke: Langfristig zählt, was am Ende in deinem Lebenslauf steht. Eine kurze Auszeit ist okay – eine zu lange kann allerdings Fragen beim nächsten Arbeitgeber aufwerfen.
Selbstständigkeit: Hast du eine Geschäftsidee oder möchtest ein eigenes Unternehmen gründen? Viele jungen Gründer:innen wagen diesen Schritt nach der Ausbildung. Die IHK bietet hierfür spezielle Gründungsberatungen, Seminare und sogar Gründertage an. Zudem kannst du über das Aufstiegs-BAföG oder spezielle Kredite finanzielle Unterstützung für die Existenzgründung bekommen. Sprich dich frühzeitig mit einer Gründerberatung deiner IHK oder einer Gründungsstelle an. Sie helfen bei Businessplan, Finanzierung und behördlichen Fragen.
Realistische Planung und Fördermöglichkeiten
Egal, welcher Weg für dich jetzt am interessantesten ist – gute Planung ist das A und O. Hier ein paar Tipps:
Recherche: Informiere dich gründlich über deinen Wunschpfad. Wenn du an einer Weiterbildung interessiert bist, kläre genau Voraussetzungen, Dauer, Kosten. Online findest du das Weiterbildungsportal „mein NOW“ der Arbeitsagentur: Dort kannst du gezielt nach Lehrgängen und Umschulungen suchen und passende Angebote vergleichen. Auch Weiterbildungsdatenbanken und Portale wie wifoe.de oder iwwb.de sind hilfreich.
Fördermöglichkeiten prüfen: Gerade finanzielle Unterstützung kann die Entscheidung erleichtern. Neben dem genannten Aufstiegs-BAföG gibt es beispielsweise Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur: Bekommst du ALG I oder II, kann die Agentur für dich Weiterbildungskosten übernehmen. Mit einem Bildungsgutschein sind die Lehrgangsgebühren abgedeckt – oft sogar inklusive Fahrtkosten und Kinderbetreuung. Und während du in einer geförderten Maßnahme bist, läuft dein Arbeitslosengeld weiter. Es lohnt sich, nach passenden Förderprogrammen für Arbeitnehmer:innen zu suchen (z.B. Bildungsprämie, Bildungsurlaub, Förderungen der Bundesländer). Die IHK selbst bietet oft Infoveranstaltungen zu Stipendien und Förderprogrammen an.
Arbeitgeber einbinden: Falls du bereits in einem Betrieb arbeitest oder mit deiner Ausbildungsfirma verbunden bist, sprich früh mit deinen Vorgesetzten über deine Pläne. Oft unterstützen Firmen Weiterbildungen finanziell oder durch Freistellung. Eine offene Kommunikation kann dir helfen, zum Beispiel dein Arbeitsverhältnis so zu gestalten, dass du berufsbegleitend einen Teilzeitkurs machen kannst.
IHK und Beratungsangebote nutzen: Nutze die Expertise der Kammern und Beratungsstellen. Die IHK deines Bundeslandes bietet kostenlose Bildungsberatung und Auskunft zu allen Fragen rund um Fortbildung und Gründung. Du kannst dort deinen individuellen Bildungsweg abklären und Tipps zu Prüfungsabschlüssen einholen. Auch Berufsinformationszentren (BiZ) und Beratungsstellen der Agentur für Arbeit beraten dich zu Weiterbildungswegen und helfen bei der Finanzierungssuche. Ein persönliches Beratungsgespräch mit ihnen kann viele Unklarheiten beseitigen.
Konkretes Beispiel – Aufstiegs-BAföG: Stell dir vor, du willst Industriemeister werden. Dann kannst du bei der Agentur einen Antrag auf Aufstiegs-BAföG stellen. Über dieses Programm werden 50 % der Lehrgangskosten als Zuschuss übernommen. Zusätzlich gibt es einen Unterhaltszuschuss – du erhältst also Geld fürs Leben, damit die Fortbildung nicht zu teuer wird. Das Aufstiegs-BAföG zahlt der Bund größtenteils. Es gilt übrigens auch für „Bachelor/Master Professional“-Abschlüsse oder gleichwertige Fortbildungen. Informiere dich über aktuelle Summen und Fristen (die Bundesregierung hat jüngst verbessert: Ab 2025 steigt der Zuschuss für Meister weiter).
Mentale Orientierung: Angst vor falscher Entscheidung
Die Zeit nach der Ausbildung kann emotional herausfordernd sein. Es ist völlig normal, dabei Zweifel und auch Angst zu verspüren: Was, wenn ich jetzt die falsche Wahl treffe? Diese Furcht lähmt manche Menschen. Experten raten: Druck rausnehmen und strukturiert vorgehen. Wichtig ist zu erkennen, dass jede Entscheidung Vor- und Nachteile hat, aber fast nichts endgültig ist. Viele berufsbildende Wege lassen sich später noch anpassen (z.B. mithilfe von Weiterbildungen oder durch den Quereinstieg in einen neuen Bereich).
Ein praktischer Ansatz ist es, mögliche Karrierepfade in Gedanken durchzuspielen und Pro-Contra-Listen zu machen. Eine Berufsunzufriedenheit nach der Ausbildung kannst du außerdem angehen, indem du systematisch analysierst, was genau dich stört. Eine hilfreiche Methode sind vier Schritte:
1. Gründe klären: Was genau macht dich unzufrieden?
2. Gewichten: Welche Aspekte sind am wichtigsten (z.B. Gehalt, Arbeitszeiten, Kollegen)?
3. Veränderbarkeit prüfen: Kannst du einige der Probleme intern lösen (Weiterbildung, Versetzungsanfrage)?
4. Lösungen suchen: Welche Handlungsmöglichkeiten hast du (Bewerbung, Fortbildung, Firmenwechsel)?. Oft stellt sich dabei heraus, dass nicht gleich alles schlecht ist und du mit ein paar Maßnahmen vieles verbessern kannst.
Sei liebevoll zu dir selbst: Jeder hat seine Zeitlinie. Manche Menschen starten sofort durch, andere brauchen einen kürzeren Umweg oder ein paar Probelauf-Jobs. Denke daran, dass Flexibilität wichtig ist. Viele sprechen heute von einer „lebenslangen Karriere“ – das heißt, du kannst immer wieder neu justieren. Deine jetzige Entscheidung bestimmt nicht ein Leben lang deinen Weg.
Beispiele und Unterstützungsangebote
IHK-Gründertage und -Seminare: Die Industrie- und Handelskammern bieten regelmäßig kostenlose Veranstaltungen zur beruflichen Neuorientierung an. Dort erhältst du Insiderwissen, wie du dich auf Weiterbildung vorbereitest oder dein eigenes Business planst. Schau auf den Websites deiner lokalen IHK nach Terminen (z.B. „Gründertage IHK“).
Portale und Datenbanken: Die Agentur für Arbeit betreibt neben dem mein-NOW-Portal auch umfangreiche Datenbanken zu allen Berufen und Weiterbildungen. Das Berufsinformationszentrum (BiZ) hat beispielsweise Berufsbeschreibungen zu etwa 500 Ausbildungsberufen online. Nutze auch Plattformen wie weiterbildung.mein-now.de oder fortbildung.de für weitere Recherchen.
Finanzielle Beispiele: Angenommen, du machst eine berufsbegleitende Meisterfortbildung. Mit Aufstiegs-BAföG erhältst du für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren jeweils bis zu 50 % als Zuschuss. Kannst du vollzeit machen, käme noch eine Unterhaltsrente oben drauf. Wenn du als Arbeitnehmer:in einen spezialisierten Kurs brauchst, könnte ein Bildungsgutschein die Kosten tragen. Informiere dich auf agentur.de oder direkt beim Berater, ob du anspruchsberechtigt bist.
Netzwerke: Baue dir ein Netzwerk auf. Tausche dich mit ehemaligen Ausbildungs-Kolleg:innen aus, besuche Fachmessen oder Branchentreffen. Manchmal bekommt man wertvolle Tipps über Mundpropaganda. Auch soziale Plattformen wie XING oder LinkedIn können helfen, lokale Gruppen oder Veranstaltungen zu finden.
Fazit: Deine Ausbildung ist nur der Anfang – jetzt kommt es auf dich und deine Initiative an. Erstelle einen konkreten Plan für die nächsten Monate: Treffe Entscheidungen nicht aus Angst heraus, sondern aus Neugier. Nimm ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit wahr oder nutze die kostenfreien Info-Angebote deiner IHK. Probiere Fördermöglichkeiten aus (Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG, ggf. Bildungskredit oder Stipendien). Vergleiche Weiterbildungsangebote auf Portalen wie „mein NOW“. Und vor allem: Fang an! Jeder kleine Schritt bringt dich deinem Ziel näher. Plane deine Zukunft aktiv – es lohnt sich. Starte jetzt mit einem Gespräch oder einem Test und gestalte deine nächsten Schritte bewusst.
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