Das Mehrkontenmodell: dein Geld sinnvoll aufteilen
Geld einfach auf einem Konto liegen lassen und hoffen, dass am Monatsende etwas übrig bleibt, das funktioniert bei den wenigsten. Wenn alles aus demselben Topf kommt, vermischen sich Miete, Spontankäufe und das, was eigentlich für später gedacht war. Genau hier setzt das Mehrkontenmodell an: Es gibt deinem Geld feste Plätze, bevor du es ausgibst.
Ich nutze dieses System seit Jahren und möchte ehrlich sagen: Es hat meinen Umgang mit Geld ruhiger gemacht. Nicht, weil ich plötzlich mehr verdiene, sondern weil jeder Euro von Anfang an einen Job hat. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Modell funktioniert und wie du klein anfangen kannst.
Warum ein einziges Konto selten reicht
Auf einem einzigen Konto siehst du nur eine Zahl, und die sagt dir wenig. Sind die 1.200 Euro noch für die Miete da, oder darfst du sie ausgeben? Diese Unsicherheit führt dazu, dass man entweder zu vorsichtig lebt oder am Monatsende überrascht ist. Mehrere Konten machen sichtbar, was wofür reserviert ist, und nehmen genau dieses Rätselraten weg.
Das Mehrkontenmodell in der Praxis
Die Idee ist simpel: Sobald dein Gehalt kommt, wird es aufgeteilt, bevor du es anfasst. Jeder Topf hat eine klare Aufgabe.
| Topf | Wofür er da ist |
|---|---|
| Fixkosten | Miete, Strom, Versicherungen, Abos, alles Feste |
| Notgroschen | Rücklage für Unerwartetes, bis er gefüllt ist |
| Investieren | Der Teil, der langfristig für dich arbeiten soll |
| Wünsche & Spaß | Urlaub, Essen gehen, Hobbys, Gesundheit, ohne schlechtes Gewissen |
Der letzte Topf ist mir wichtig: Ein Plan, der nur aus Verzicht besteht, hält man nicht durch. Das Wünsche-Konto sorgt dafür, dass Sparen sich nicht wie Strafe anfühlt. Bevor du investierst, sollte allerdings der Notgroschen stehen, das ist dein Sicherheitsnetz.
Eine mögliche Aufteilung
Wie du genau aufteilst, hängt von deinem Leben ab. Wichtig ist nicht die perfekte Prozentzahl, sondern dass du überhaupt aufteilst. Als grobe Orientierung, an der du frei drehen darfst:
| Topf | Beispiel-Anteil |
|---|---|
| Fixkosten | etwa die Hälfte |
| Notgroschen / Investieren | ein gutes Viertel |
| Wünsche & Spaß | der Rest |
Der wichtigste Topf: du selbst
Für mich gehört zu jedem Monat auch ein Betrag, der in mich selbst fließt: ein Buch, ein kleines Seminar, eine Weiterbildung. Diese Investition zahlt sich oft am stärksten aus, weil sie auf alle anderen Bereiche einzahlt, beruflich wie persönlich. Wer in sein Können investiert, erhöht langfristig auch das, was oben in die Töpfe fließt.
MYTHOS
„Mehrere Konten sind kompliziert und nur etwas für Reiche.“REALITÄT
Das Gegenteil stimmt. Gerade mit wenig Geld hilft die Aufteilung, den Überblick zu behalten. Und die meisten Banken erlauben kostenlose Unterkonten, die sich in wenigen Minuten einrichten lassen.Der jährliche Finanztag
Einmal im Jahr nehme ich mir bewusst einen halben Tag und gehe alles durch: Abos, Versicherungen, Stromtarif, die Aufteilung selbst. Oft finde ich dabei Verträge, die ich gar nicht mehr brauche. Dieser eine Tag bringt regelmäßig mehr als monatelanges Sparen an den kleinen Dingen. Wie du davor den Überblick über deine Ausgaben bekommst, steht im Haushaltsbuch-Beitrag.
So fängst du an
Häufige Fragen zum Mehrkontenmodell
Wie viele Konten brauche ich?
Fang mit zwei oder drei an: eines für Fixkosten, eines für Rücklagen, eines fürs freie Ausgeben. Mehr kannst du später ergänzen. Zu viele Konten auf einmal überfordern eher, als dass sie helfen.
Was, wenn am Ende nichts zum Investieren übrig ist?
Dann ist das völlig in Ordnung. Erst kommt der Notgroschen, investiert wird mit dem, was danach übrig bleibt, und sei es ein kleiner Betrag. Wichtiger als die Höhe ist, dass du die Struktur etablierst.
Lohnt sich das auch bei kleinem Einkommen?
Gerade dann. Je knapper das Geld, desto wichtiger ist es zu wissen, was wofür da ist. Die Aufteilung kostet nichts und schafft sofort mehr Klarheit.
Lies auch Notgroschen und Finanzen für Berufseinsteiger. Neue Beiträge gibt es in der Glückslichtung-Post.
